Auch militärisch hatte die Transsib bereits unter dem Zaren einen grossen Auftritt. Im Japankrieg wurden 1903 2340 Wagons mit Truppen - und Warentransporten an die fernöstliche Front verlegt. (Den Baikalsee überquerten die Züge auf dem gefrorenen See, wurden dabei allerdings von Pferden gezogen). Auch wenn Russland den Japankrieg verlor, bestritt niemand den gewaltigen militärischen Fortschritt, der die Transsib für das Zarenreich brachte.
2.4 Die Transsib als Prestigeobjekt
Ein weiterer Punkt, besonders für den Zaren und seine nähere Umgebung wichtig, war der Prestigegewinn, der die transsibirische Eisenbahn für Russland brachte. Von der ganzen Welt reisten die Reichen und Mächtigen an, um eine Fahrt in diesem bereits kurz nach seiner Erbauung legendären Zug von Moskau bis nach Vladivostok oder Peking zu unternehmen. Die bis 1918 2 Mal wöchentlich verkehrenden Luxuszüge, die mit Bädern, Salons und Bibliotheken ausgestatten waren, waren auf Monate hinaus hoffnungslos ausgebucht. Die
Transsib war das Schmuckstück Russlands
und man bewunderte dieses Bauwerk in der
ganzen Welt.
2.5 Fazit
Insgesamt lässt sich sagen, dass es im Zarenrussland nie eine Diskussion war, ob die Transsib eine lohnende Investition war oder nicht. Alle Hoffnungen, die man in sie steckte wurden erfüllt und teilweise, besonders bei der Landwirtschaft, sogar noch deutlich übertroffen. (Die einzige Hoffnung die nicht erfüllt wurde, war die Industrialisierung Sibiriens, die unter dem Zaren noch nicht so richtig in die Gänge kam) Es war bald allen klar, dass die Transsibirische Eisenbahn der Schlüssel zu einem mächtigen, stabilen und wohlhabenden Russland unter dem Zaren war. Doch wie wir wissen kam alles ganz anders.
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