Das klassische antike griechische Theater ist durch eine Reihe von Wesensmerkmalen geprägt.
An erster Stelle ist es ein Festspieltheater. Dieses Merkmal läßt den kultisch-religiösen Ursprung des antiken Theaters erkennen. Trotz der Säkularisierung des griechischen Theaters sind die Spieltermine und Aufführungsorte nach wie vor an die großen Götter- und Staatsfeste gebunden.
Zweitens ist das griechische Theater ein Massentheater.
Diese Eigenschaft geht ebenfalls auf die kultisch-religiöse Geschichte zurück. Die griechischen Festtage waren heilig. Der Besuch der Theateraufführungen war politisches Recht und religiös-moralische Pflicht des Bürgers. An den Großen Dionysien (den größten Festen zu Ehren Dionysos) z.B. strömten z.B.14.000 bis 17.000 Zuschauer in das Theater am Fuße der Akropolis in Athen. Ähnliche Zahlen lassen sich für viele griechische Theater errechnen. Daneben gab es allerdings auch kleinere Theater.
Das Freilichttheater bildet das dritte Wesensmerkmal des antiken Theaters.
Freilichttheater heißt, daß die Aufführungen unter freiem Himmel stattfanden.
Das Kernstück des griechischen Theaters ist die Orchestra, der kreisrunde Tanzplatz des Chores. Das antike Theater ist aus Chortänzen entstanden und wird von der Orchestra nachdrücklich geprägt, deshalb ist die Orchestra der älteste Bestandteil. Sie wird durch das Theatron, dem Zuschauerraum annähernd zur Hälfte umschlossen. Das Theatron zieht sich stufenförmig bis zur Orchestra hinunter und ist durch Quer- und Längsgänge in Sektoren, den sogenannten Kerkides, eingeteilt. Die Quergänge werden als Diazomata bezeichnet. Die Zuschauerplätze waren nur Vertiefungen in den Stufen des Theatrons,auf denen man sitzen konnte.
Im antiken Theater gab es natürlich auch einen Ehrenplatz - das Prohedrion.
Zuerst befand sich dieser Ehrensitz unmittelbar an der Orchestra. Später verlegte man ihn in den mittleren Rang.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Skene. Das ist das Theatergebäude hinter der Orchestra, das als Umkleideraum für die Schauspieler und als Requisitenkammer diente. Die Skene wurde als rückwärts begrenzender Gebäudekomplex architektonisch ausgestaltet. Vor der Skene befindet sich ein niedriger Anbau auf Pfeilern - das Proskenion. Dieser Anbau ist mit der Skene durch das Logeion verbunden. Das Logeion ist die Rampe, die das Proskenion nach oben hin abschließt. Später war es der Platz , auf dem die gesamte Haupthandlung ablief. Vorher agierten die Schauspieler auf der Orchestra.
Auf der linken und rechten Seite der Skene führt ein seitlicher Zugang zur Orchestra. Diese Zugänge nennt man Parados.
Viertens wird das griechische Theater als ein Theater der Konvention bezeichnet.
Das kommt zum Ausdruck in Form von festen Bauformen der griechischen Tragödie und Komödie und reicht über konventionelle Handlungs- und Spielelemente bis hin zu geregelter Schauspielerzahl und obligatorischem Chor, zu Maske und Einheitsbühne.
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