Mir hat die Novelle Die Verlobung in St. Domingo
nicht so gut gefallen, obwohl die Sprache der Novelle relativ
verständlich ist, gibt es viele Wörter und Ausdrucksweisen, die man
Heute einfach nicht mehr benutzt. Man schreibt eben nicht mehr so. Was
einen aber viel mehr am Verstehen hindert ist der komplizierte Satzbau,
mit den vielen langatmigen Nebensätzen. Der Aufbau ist typisch für
Kleist, in dem ersten Satz der ersten Seite werden schon fast alle
Fragen über das Wer? Wo? Was? Wann? geklärt. Es gibt so gut wie keine
Dialoge in der Novelle, das lässt sie ziemlich trocken erscheinen. Fast
alle Dialoge werden in indirekter Rede geführt. Ansonsten gibt es keine
besonderen Merkmale beim Aufbau der Novelle. Das Ende ist eigentlich
nicht vorhersehbar. Mit der Reaktion Gustavs habe ich nicht gerechnet.
Aber trotzdem wird keine richtige Spannung aufgebaut.
Der Inhalt ist auch nicht aktuell, nicht nur, weil die Sklaverei
abgeschafft wurde und der Schwarz/Weiß Konflikt in dem Sinne nicht mehr
besteht, sondern auch, weil das Thema tragische Liebesgeschichten in den
Medien zu oft behandelt wird ist. Man könnte die Situation theoretisch
auf eine heutige übertragen, z.B. auf die Konflikte zwischen Türken und
Kurden, die zwischen Serben und Kosovo Albanern und zwischen Schwarzen
und Weißen, wie gesagt der aber jetzt in einer anderen Form besteht.
Trotzdem finde ich, dass die Novelle eigentlich nicht für Jugendliche
geeignet ist, denn die Sprache spricht die Jugendliche nicht an. Das
heißt ich würde sie nicht außerhalb des Unterrichts lesen.
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