Aeneas, einem Trojanischen Krieger der den Anfang der Zerstörung Trojas überlebt hatte, wurde von den Göttern befohlen, sich nicht den Griechen zu stellen, sondern mit seiner Familie das Weite zu suchen. Nachdem er andere überlebende Trojaner um sich geschart hatte, machte sich Aeneas mit den heiligen Bildern der Trojanischen Götter und einer Flotte von zwanzig Schiffen auf die Suche nach einem neuen Heimatland. Sein Weg führte ihn über Thrakien, Mazedonien, Kreta, Delos, Laconia, Arcadia und über die Inseln des Ionischen Meeres nach Epirus. Aeneas kam zweimal nach Sizilien, wo auch sein Vater Anchises starb. Nach einer weiteren Schiffsreise gelangten Aeneas und seine Begleiter nach Karthago, wo sie von der dortigen Königin Dido längere Zeit, ohne es zu merken, festgehalten wurden. Schließlich schafften sie es aber doch, sich von Karthago loszusagen und erreichten die italienische Küstenstadt Cumae.
Doch dies war noch nicht die Endstation ihrer langen und anstrengenden Reise, sondern das Land Latium, wo Aeneas Lavinia, die Tochter des Königs Latinus heiratete und dort die alten Trojanischen Gottheiten wiederauferstehen ließ, welche später in etwas abgewandelter Form, zu den römischen Göttern werden sollten. Doch das ist eine andere Geschichte.
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