Ludwig van Beethoven stammte aus einer Musikerfamilie. Sein Vater wie sein Großvater waren im Dienste der Kurfürsten von Köln gestanden, deren Residenz sich in Bonn befand. Der Großvater, Lodewyk van Beethoven (1712-1773), der aus dem belgischen Mechelen stammte, trat 1733 als Bassist in die kurfürstliche Kapelle ein; 1761 wurde er zum Kapellmeister ernannt.
Sein Sohn Johann (1740-1792) war mit zwölf Jahren Sopranist, nach dem Stimmbruch Tenor in der Kapelle. Außerdem spielte er Klavier und Violine und konnte somit durch Unterrichten sein Gehalt aufbessern. Im November 1767 heiratete er Maria Magdalena Leym, geborene Keverich, eine einundzwanzigjährige Witwe. Im April 1769 wurde ihr erstes Kind geboren, das aber nur sechs Tage am Leben blieb. Am wahrscheinlich 16. Dezember 1770 (am 17. getauft) kam Ludwig van Beethoven in Bonn zur Welt.
Von seinen fünf jüngeren Geschwistern überlebten nur zwei die ersten Lebensjahre, Caspar Anton Carl (1774-1815) und Nikolaus Johann (1776-1848); sie standen Ludwig zeitlebens sehr nahe. Der Vater hatte das außergewöhnliche Talent seines Sohnes schon früh erkannt; er erteilte ihm Klavier- und Violinunterricht und versuchte, ihn nach dem Beispiel Mozart als Wunderkind zu "vermarkten\". Am 26. März 1778 stellte er sein "Söhngen von sechs Jahren\" erstmals dem Kölner Publikum vor - Ludwig war ein Vierteljahr vorher sieben geworden. Auf den frühen Drucken ist sein Alter durchweg zwei Jahre jünger angegeben.
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